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Wie Veganer ticken

Nur keine Vorurteile!

 

Veganer sind selbst unter den Vegetariern eine Minderheit, unter den Allesessern gibt es erst recht jede Menge Vorbehalte: Gesundheitsfanatiker, missionarische Gutmenschen, Ökofreaks. Oder einfach nur humorlose, verbiesterte Spinner. Menschen, die einem nur den Appetit auf das Schnitzel verderben möchten.

Manche dieser Vorurteile werden tatsächlich manchmal bestätigt, aber auch für Veganer gilt: Nicht alle ticken gleich!

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, diese Ernährungsform zu wählen:

Vegan – der Gesundheit wegen

Dass ein sehr hoher Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten ungesund ist, ist längst belegt. Bei manchen Krankheitserscheinungen ist sogar ein Totalverzicht notwendig. Die meisten legen dabei auch Wert auf saisonale, regionale Bio-Lebensmittel.

Solche Veganer genehmigen sich trotzdem ab und an mal ein Steak vom Bio-Bauern oder ein gutes Stück Käse. Und sie haben gar kein Problem, wenn ihre Tischgenossen einen Braten genießen.

Fanatiker, die jeden überzeugen wollen, dass alles außer rohem Obst und Gemüse äußerst schädlich und unnatürlich wäre, sind zum Glück eher selten.

Umweltbewusste Veganer

Immer mehr, vor allem junge Menschen, ernähren sich vegan, weil die Herstellung von tierischen Lebensmittel die Umwelt sehr stark belastet: Gerodete Waldgebiete, um Weide- und Futtermittelflächen zu gewinnen. CO²-Ausstoss in der Rinderhaltung, Verschmutzung von Gewässern und Bodenerosion durch Überweidung. Das sind die Hauptschäden, die durch den intensiven Konsum tierischer Produkte entstehen. Diese Veganer sind oft mit Öffi oder Fahrrad unterwegs und leben generell umweltbewusst. Die vegane Ernährung ist also nur ein Teil eines nachhaltigen, öko-freundlichen Lebensstils.

Feindseligkeiten gegenüber Fleischessern gibt es bei dieser Gruppe selten und wie lecker vegan schmecken kann, sollte jeder mal ausprobieren.

Vegane Gerichte und sogar vegane Restaurants gibt es schon jede Menge. Tipps für München finden Sie hier.

Veganer aus Tierliebe
Veganer

Wer Tiere liebt und nicht weiter verdrängen kann, wie grausam der Leidensweg für das Tier war, von dem die appetitlichen Lammkoteletts im Regal und der duftende Schweinebraten am Teller stammen, der wird auf den Konsum von tierischen Podukten verzichten. Selbst wenn dieser Verzicht nicht immer leicht fällt, denn es ist ja nicht so, dass der Sonntagsbraten deshalb nicht verführerisch duften und lecker schmecken würde. Viele Veganer aus Tierliebe achten darauf, überhaupt keine tierischen Produkte zu verwenden. Das gibt also nicht nur für Fleisch und Milchprodukte, sondern auch für Bekleidung (Pelz, Leder und Schafwolle) oder Kosmetika (Tierversuche).

Da viele dieser Veganer gerne versuchen, andere auf das Tierleid aufmerksam zu machen, fühlen sich Fleischesser oft in die Defensive gedrängt. Es ist ja tatsächlich kein Zufall, dass Schlachthöfe und Massentierhaltung nur möglichst abseits und hinter dicken Mauern stattfinden, weil kein mitfühlender Mensch das mitansehen möchte.

Sind diese Veganer mit ihren – leider wahren – Horrorgeschichten also eine Bedrohung für den eigenen Genuss? Nein, schließlich waren fast alle Veganer einmal Fleischesser. Deshalb ist eine Reduktion des Fleischkonsums und bewusster Einkauf von lokalen Produkten aus artgerechter Haltung auch schon ein positiver Beitrag, um das Dasein von Nutztieren zu verbessern.

Die Weltverbesserer

Bei diesen Veganern ist die vegane Ernährung Teil einer Weltanschauung, die Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Konsumverzicht und Respekt vor allen Lebenwesen vereint. Upcycling, Sharing Economy, Eigenanbau und Selbstversorgung sind dieser Gruppe ebenso wichtig wie alternative Bildungs- und Arbeitsmodelle. Sie vermeiden Plastik und Einweg-Verpackungen, kaufen nur regional, verweigern Fertigprodukte und boykottieren Konzerne, die umweltschädigend handeln oder in Ländern mit niedrigen Sozialstandards produzieren lassen.

Mit diesen Veganern lässt es sich meist anregend über jeden dieser Aspekte diskutieren. Bei den selbstgerechten Missionaren, die ihre gefühlte „moralisch-ethische Überlegenheit“ vor sich hertragen, hilft aber nur Eines: Nichts wie weg!

 

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